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Brünberg via Nordgrat

Mountaineering/Alpine
bis 5
Date of tour
3.10.2026
Tour started at
06:40
Tour finished at
20:41
Active time in hours
14 hrs
Distance in km
4.7 km
Ascent
1020 m
Descent
508 m
Lowest point
2180 m
Highest point
2986 m
mountain
Brünberg 2982 m
building
Bächlitalhütte SAC

Immer wieder passiert es, dass ich einen Berg sehe und mich frage, wie man da hinauf kommt. Ein Berg, der nur durch seine blosse Präsenz den unwiderstehlichen Sog auslöst, ihn zu erklimmen. Meist stellt sich schnell heraus, welche Routen möglich sind und ob ich diesen gewachsen sein könnte. Informationsflut durch Beschreibungen in der Führerliteratur oder im Netz. Bilder, Videos, Topos. Man bereitet sich vor, und auf der Tour suchen die Augen ständig nach dem nächsten Bohrhaken, dem beschriebenen Abseilstand, oder man fragt sich, welches Türmchen jetzt welchem Zacken auf dem Topo entspricht.

Beim Grünberg ist dies alles anders. Direkt gegenüber der Bächlitalhütte thront er auf - dunkel und bedrohlich, ein Berg, der auch in Mordor stehen könnte. Ein langer Grat, zackig wie ein rostiges Orkmesser, führt vom Juchlistock direkt auf den Ostgipfel. Von dort aus zieht ein beeindruckender Grat nach Norden hin über zwei grosse Türme in Richtung der Hütte.

Im Netz finde ich nur einen einzigen Bericht von 2017: eine Beschreibung des Ostgrates und dem Übergang vom Ost- und Westgipfel. Im alten "Clubführer Berner Alpen" sind alle Routen auf beide Gipfel beschrieben. "Selten begangen" steht da, aber kein Grat schwerer als ZS. Und trotzdem findet man nichts zum Nordgrat, obwohl dieser so greifbar scheint von der Hütte. Der Hüttenwart kennt niemanden, der dort je hinauf gegangen wäre. Alle rennen sie auf den Diamantstock.

Stefan musste ich nicht zweimal fragen, diese Tour gemeinsam anzugehen. Wild und abenteuerlich mit "Erstbegeher-Vibes". Nicht zu wissen, was uns zukommt, macht einen grossen Teil der Faszination aus. Wie früher in den goldenen Zeiten des Bergsteigens, als noch nicht alles beschrieben war, wo man die Routen höchstens vom Hörensagen kannte, wo noch Erstbegehungen möglich waren. Menschen, die sich ins Unbekannte wagten. Mutig und ohne Absicherungskultur stiegen sie hinauf, aus Spass, gegen den Mainstream, der schon damals Sicherheit im Vertrauten predigte. Josef Brun, der Erstbegeher dieses Grates, bezwang den Grat zwar erst 1958, als das Bergsteigen den goldenen Zeiten um die Jahrhundertwende bereits entwachsen war. Dennoch ging auch er da hoch, weil er ähnliche Gedanken hatte. Die Hütte war noch nicht gebaut. Vermutlich war er mit nichts bewaffnet als einem Seil, ein paar Haken, Schlingen und seinen eigenen Fähigkeiten.

Es geht los

Nach einer Nacht auf der Bächlitalhütte machen wir uns auf ins Unbekannte. Wir überqueren die Schwemmebene und steigen 400 Höhenmeter hinauf durch gut begehbares Schrofen- und Blockgelände. Die Plattenzone nordöstlich des Vorbaus umgehend erreichen wir diesen nach etwa 1,5 Stunden. Anders als aus der Ferne zu vermuten ist, lässt sich der Grat auf den Vorbau von der Südseite her ganz einfach über einen Geröllhang erreichen.

Hier startet nun das Abenteuer. Die Sonne scheint, der Fels ist fest. In vergnüglicher Kletterei im 2.-3. Grad, teils leicht in der Nordflanke, erreichen wir bald den Gipfel des Vorbaus, der auf der Karte mit P.2809 kotiert ist. Hier oben bricht der Gipfel steil nach Süden ab in eine Scharte. Von hier aus soll man laut Clubführer ostseitig abklettern. Wir tun dies, stellen aber schnell fest, dass dies im steilen, grasdurchwachsenen und plattigen Gelände eher ungünstig ist. Wir bauen einen Abseilstand - Opfermaterial haben wir genügend dabei - und lassen uns bequen hinab.

Der zweite Aufschwung wirkt deutlich mächtiger. Riesige Granitblöcke thronen über uns. Der einfachste Weg führt durch die Westseite. "Die zweite Erhebung wird über die NW-Seite erklettert (Stellen III)" steht da. Zunächst sehen wir einen steilen, abweisenden Riss unter den kompakten Blöcken und beschliessen, diesen nicht zu versuchen. Lieber nochmal etwas weiter hinten schauen. Dort finden wir tatsächlich einen plattigen, aber gestufteren Aufschwung, der hinauf zum Grat führt, der eher nach den "Stellen III" aussieht. Etwas heikel, aber machbar geht es hinauf - im oberen Teil würde ich einer Stelle dennoch den Grad 4a verleihen - da wo es mit Bergschuhen anfängt, herausfordernd zu werden.

Von diesem zweiten Vorbaugipfel wird nun wieder abgeseilt. Ein paar jahrzehntealte verwitterte Schlingen zeugen von den wenigen Vorbegehern. Die Abseilstelle ist lang, rund 40-45 Meter geht es steil hinunter in die brüchige Scharte vor dem Gipfelaufschwung. Gut haben wir die Rapline mitgenommen.

Hier erleben wir den ersten Schockmoment - aus einer Unachtsamkeit heraus vergessen wir, den Knoten aus dem Seilende zu nehmen. Nun hängt er 5m oberhalb von uns in der steilen Flanke. Wir versuchen, das Seilende mit einem Wanderstock zu greifen, was sehr fummelig ist und nicht gelingt. Zum Glück schafft es Stefan, auf einer Schuppe stehend, gerade noch das Seilende mit ener Hand zu erwischen. Ich spüre kalte Schweisstropfen in meinem Gesicht. Das hätte ganz schnell schon so früh schiefgehen können. Ein Rückzug von hier wäre nur noch durch die unteren Ausläufer der Nordwestflanke möglich gewesen - eine Flanke, in der tonnenschwere Granitblöcke sich regelmässig lösen und polternd ins Tal donnern. "Blätterteiggranit" hat es der Hüttenwart genannt. Weisser Staub im unteren Teil der zerissenen Wand zeugt von diesem Zusammenbruch der Berge.

4 Stunden sind wir nun unterwegs - nun "nur" noch der Gipfelaufschwung.

Auf zum Ostgipfel

"Über grosse Blöcke empor an die Gratkante und dieser entlang, oder wenige Meter links in der Ostflanke in gut gangbaren Rissen bis unter den Gipfelklotz (Stellen III+)." - was soll da schon schiefgehen? Und was mag das "+" wohl bedeuten?

Für diesen Satz würden wir weitere 4 Stunden benötigen. Die Schwierigkeiten nehmen ab jetzt deutlich zu. Zunächst am gleitenden Seil, dann mit Standplatzsicherung geht es hinauf. "Gehgelände" gibt es hier nicht mehr.

Nach kurzer Zeit, bei der wir den 3. Grad schon in Frage stellen, stehen wir vor einer steilen, kompakten 15m hohen Plattenwand (leider nicht fotografiert), die von zwei Fingerrissen durchzogen ist. Wir wissen, dass wir da nicht hinauf kommen. Wir suchen rechts, wir suchen links. Ich versuche, in die Ostflanke hinab zu steigen, die zumindest gestufter aussieht. Doch es stellt sich schnell heraus, dass auch dies zu heikel wäre und der Weiterweg ungewiss. Als einzig möglicherweise gangbare Alternative erscheint eine plattige Kante direkt am Grat. Etwa 5-6m geht es steil hinauf. Kompakter Fels. Keine Absicherungsmöglichkeit.

Nun wird der kalte Schweiss real. Wie ist der Josef wohl hier hoch gekommen? Gab es hier möglicherweise einen Felsausbruch? Oder war er einfach ein begnadeter Klettergott? Wir beraten, wir probieren, wir fluchen innerlich. Das kann doch hier nicht schon das Ende sein!

Schlüsselstelle Links der Kante ist eine steile Verschneidung, die rechts von einem dünnen Riss hin zur Platte begrenzt wird. Dies ist der Punkt, an dem wir die Kletterfinken anziehen. Stefan versucht es schliesslich. Der einzige Ort, wo man Sicherungen legen kann. Steil und abdrängend ist es hier. Mit drei Friends und Keilen dicht übereinander und schliesslich einer Trittschlinge schafft er es, auf einen plattigen Absatz 5m oberhalb von uns zu kommen. Als ich das nachsteige, frage ich mich, wie er das geschafft hat. Ich würge mich hinauf. Trotz sicherndem Seil fühlt es sich an wie ein ein mächtiges Aufbäumen gegegen die drohende Niederlage. Ich fluche, Angst durchflutet meinen Körper, setzt sich frei in Adrenalin. Auch der Weiterweg zum Stand ist nicht ohne Mühe, wenn auch deutlich leichter. Frei gegangen ist diese Schlüsselstelle sicherlich im oberen 5., eher im 6. Grad zu verorten. Ob das "+" wohl dafür steht?

Schöne Kletterei in der Flanke Die nächsten Seillängen verlaufen im durchgehend anspruchsvollen Gelände, vorwiegend in der Ostflanke, wie im Führer beschrieben, durch "gangbare Risse". Diese fühlen sich trotz der Kletterfinken anspruchsvoll an, eine Bewertung erscheint schwer. Mittlerer bis oberer 4. Grad mit einigen Stellen 5 erscheint mir jedoch angemessen. Schöne Kletterei ist es hier dennoch, und der Fels ist bombenfest. Auch sls das Gelände wieder blockiger und einfacher wird und man sich für eine der möglichen Varianten entscheiden muss, drückt man sich teils athletisch durch enge Kamine gen Gipfelblock.

Nur noch zehn Meter geht nun nach oben. Aber wie!

Gipfel-Krampfen

"Der Gipfelklotz wird etwas mühsam durch die von mächtigen Blöcken gebildete Kaminverschneidung gewonnen (III)."

Die Verschneidung ist etwa so breit wie meine Schultern, und ich bin ein eher schmaler Typ. Vor Auf meiner Brusthöhe hängt ein verkeilter Block, auf den ich hoch muss. Es gelingt mir, einen Friend zu legen. Da der Rucksack nicht durch passt, ziehe ich diesen aus und lege ihn hinter dem Block in das Loch. Dann stemme ich mich fluchend und keuchend mit den Händen hoch, sodass ich rückwärts auf dem Block sitze. Nun bin ich so eingekeilt, dass ich mich kaum bewegen kann. Mit ruckelnden Bewegungen meines Hinterns schaffe ich es, aufzustehen. Ich muss herzhaft lachen.

Schlauchige Verwürgung am Gipfelblock Einige Minuten brauche ich, um meinen Rucksack wieder anzuziehen. Das ganze Material an meinem Gurt behindert jegliche Bewegung in diesem engen Schlauch. Dann kommt der zweite Block: Ein noch dickerer Granitbrocken, der hier schon lange hängt. Er bewegt sich, als ich an ihm ziehe. Doch halb so wild. Das Ding schwankt wie eine Schaukel, aber es dürfte unmöglich sein, dass sich dieser Klotz löst. Etwas Drücken hilft, hier hoch zu kommen. Die Bewertung von "III" stelle ich auch hier infrage.

Nach 8 Stunden stehen wir nun also endlich auf dem Ostgipfel!

So langsam dämmert uns, dass das hier heute eine längere Nummer werden würde. Unser ambitionierter Optimalzeitplan von 10 Stunden bis hinunter zum Wanderweg am Grimselsee wurde pulverisiert. Auch der Maximalzeitplan von 12-14 Stunden erscheint nun ambitioniert. Aber gut, solange wir es bis zum Nachteinbruch in das Gehgelände am Wandfuss schaffen würden, wäre doch alles in Ordnung - immerhin haben wir gut vorgesorgt und Biwakzeug inklusive Schlafsack dabei.

Zum Hauptgipfel

Ein zackiger Grat liegt vor uns. Von nun an sind wir im etwas "häufiger" begangenen Gebiet, hier dürften zumindest ein paar wenige Menschen schon durch gegangen sein.

Weiter zum Westgipfel Den Verbindungsgrat umgeht man südseitig in der Flanke durch "leichte Stufen und Bänder, welche in beide Richtungen leicht begangen werden können." Ah ja. Nur welche? Es gibt mehrere Grasbänder, die durch Felsen voneinander getrennt sind. An Wegspuren kann man sich ja nicht orientieren, und die Intuition ("höher kommen") führt uns durch leicht aussehende, sich aber als anspruchsvoll herausstellende Passagen. Leicht zu begehen ist hier auch nicht alles, teils sind sehr enge Felsbänder zu überwinden. Ausrutschen wäre fatal. Das letzte Stück bis zum Gipfelaufbau sichern wir daher lieber wieder ab.

Rückblick zum Ostgipfel Die vom Bächlital aus deutlich sichtbaren riesigen Granitblöcke umgeht man südseitig und steht dann bald unter den Blöcken des Gipfelaufbaus. "Zuletzt schlüpft man durch ein enges Felsfenster unter den mächtigen Gipfelblöcken." -- auf ans Werk! Die Schwierigkeiten dürften nun auch endlich mal nachlassen, jetzt, wo wir schon 10 Stunden unterwegs sind. Noch 4m geht es nun hinauf. Athletisch. Eingekeilt zwischen einer Wand und einer stützenden Schuppe. Ein knackiger "4er", dann sind wir oben. Leichter wäre es vermutlich auf der Südseite gewesen, wo man die Gipfelplatte "mittels Spreizschritt" erklimmen hätte sollen. Seis drum. Den Spreizschritt würden wir uns im Abstieg sparen - zu gross ist hier das Fehlerpotential nach der langen Tour.

Felsenfenster unter den Blöcken Die Gipfelplatte ist geräumig. Zum ersten Mal essen wir etwas. Das Gipfel-Snickers schmeckt und bringt neue Energie. Das einzige hier oben, was auf menschliche Begehungen hindeutet, sind zwei Eisenstifte und ein Loch sowie ein paar verwitterte Holzreste - vermutlich von einem alten Gipfelkreuz oder Signal. Leider kein Gipfelbuch.

Die Zeit drängt. Wir lassen noch eine Schlinge hängen und seilen 4m hinunter, um den optimalen Weg zurück durch die Südflanke zu suchen, irgendwo in der Mitte, beim "untersten Grasband", wo die Abseilerei starten soll.

Gipfel nach knapp 11 Stunden!

Abstieg und Abflug

1.5 Stunden soll man hier brauchen. Durch die Südflanke führt der einzige heute noch gangbare Abstiegsweg. Der früher übliche Normalweg auf den Westgipfel, der auch im Abstieg begangen wurde, ist aufgrund der starken Ausaperung und dem Steinschlag nicht mehr tauglich.

... und zurück "In der SE-Flanke schräg abwärts, bis auf das unterste Grasband, ca. 40-50m westlich der kleinen Felsschlucht, die vom tiefsten Punkte zwischen W- und E-Gipfel herunterzieht. Auf dem untersten Band dient eine ca. 4 cm dicke Granitplatte als Abseilblock." - alles klar, auf ans Werk. Aber warte: Welche Felsschlucht?

Hinunter... Das Gelände ist unübersichtlich. Die Gras- und Felsbänder führen uns nach unten, aber eigentlich auch eher waagerecht zurück in Richtung des Ostgipfels. Bald haben wir die Schnauze voll vom Suchen und seilen zunächst an irgendeinem Granitblock in die Flanke hinunter auf ein weiteres Grasband. Dort unten finden wir einen anderen Block mit einer alten Abseilschlinge. Nochmal geht es von dort rund 35m steil hinunter, über teils senkrecht abfallende Blöcke. Wild!

... ins Unbekannte Als es kurz nach 19 Uhr langsam dunkel wird, stehen wir an einem Stand aus 3 Schlaghaken, die - überraschend! - mit einer modernen und recht frisch aussehenden Reepschnur verbunden sind. Hier waren Menschen, vor nicht allzu langer Zeit!

Wir versuchen, das Seil abzuziehen. Es kommt nicht. Wir probieren es zig Male, aus verschiedenen Winkeln, mit vereinten Kräften. Aber es kommt nicht. Fuck! Weder an der Rapline noch am Seil. Es bewegt sich keinen Meter. Irgendwo muss es sich eingeschnitten haben.

Das ist die Situation, vor der ich mich jahrelang am meisten fürchtete. Und jetzt ist sie da, im wilden Gelände, bei schwindendem Licht.

Endstation Zeit für die Rega? Ein letzter Versuch. Wir kappen das Seil etwas oberhalb von uns, sodass wir nun noch etwa 20-25m Restseil haben. Mit dem versuchen wir, uns hinunter zu basteln. Wir erreichen noch einen geräumigen Absatz, auf dem jedoch nur einen alten Schlaghaken finden - dieser erscheint uns zu unsicher, um daran abzusteilen. Etwas heikel nach oben kletternd legen wir noch eine Schlinge um ein Köpfel und Stefan kommt damit weitere 15m hinunter. Doch leider gibt es auch dort unten trotz umfangreicher Suche keine hinterschnittenen Köpfel mehr. Wir müssen uns eingestehen, dass wir blockiert sind. Hier kommen wir ohne Hilfe nicht mehr runter. Auch nicht, wenn wir hier biwakieren.

Schweren Herzens beschliessen wir, die Rega zu rufen. Uns gehts gut, wir sind unverletzt und guter Dinge. Zum Glück haben wir Empfang!

Nach etwa einer halben Stunde kommt der Heli. Mittlerweile ist es stockfinster. Blinkende Lichter im Dunkeln. Viel Wind. Ein Suchscheinwerfer, der uns anstrahlt. Es ist taghell. Der Scheinwerfer schwenkt nach oben, da wo unsere abgeschnittenen Seile hängen. Dann fliegt er davon und landet unten im ebenen Gelände, der Notarzt steigt mit seinem Material aus, ein Retter hängt sich an die Winde und fliegt zu uns hin. Beeindruckend wie der Pilot so präzise nahe an der Flanke operiert. Der Retter schwebt auf das Plateau, ich gebe ihm die Hand und ziehe ihn zu uns hin. Er guckt mich an, klinkt mich ein, und nach wenigen Sekunden schweben wir schon in der Luft, weit über dem Abgrund. Ein surreales Gefühl. Es ist kalt und unbequem. Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, bis wir landen, teils habe ich das Gefühl, dass sich der Heli gar nicht bewegt. Der Arzt fragt mich, was wir gemacht haben und wo unser Auto steht, nimmt meine Personalien auf. Meint, dass da "doch keine bekannte Route" durch führen würde. Ja. Genau.

Als Stefan auch da ist, fliegt die Rega uns schliesslich direkt an die Staumauer beim Räterichbodensee, wo unser Auto steht. Was für ein Service! Gut, dass es diese Leute gibt.

Nach 2 Stunden Fahrt sind wir zu Hause und reflektieren dabei unsere wilde Tour. Ein gutes und euphorisiertes Gefühl bleibt zurück, trotz des eher mässigen Abstiegs. Wir haben nichts falsch gemacht. Wir waren gut ausgerüstet. Hätten sich die Seile nicht verklemmt, hätten wir vermutlich unten am See biwakiert und wären am Morgen abgestiegen. So hatten wir einfach Pech und müssen uns nichts vorwerfen.

Es bleibt die Erinnerung an eine Besteigung, die sich wie eine Erstbegehung anfühlte. Frei von der Suche nach Bohrhaken und der Interpretation eines Topos, frei von den Schranken der Information.

Abenteuer pur.

Was für eine Stimmung
Der Brünberg im Aufstieg zur Hütte
Es geht los
Vorbau
links der E-Gipfel, rechts der W-Gipfel
Granitblöcke am 2. Turm
über Platten in der Westseite
Runter in die Scharte
etwas altes Material hängt noch drin
2. Turm im Rückblick
Blätterteiggranit - beängstigend
Schlüsselstelle
Hochgebastelt
Gipfelaufschwung
Oberer Teil des Ostgrats
Schöne Kletterei in der Flanke
Schlauchige Verwürgung am Gipfelblock
Weiter zum Westgipfel
Nicht empfehlenswerter Aufstieg
Rückblick zum Ostgipfel
Felsenfenster unter den Blöcken
Da links hoch
Gipfel nach knapp 11 Stunden!
... und zurück
Hinunter...
... ins Unbekannte
Endstation
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